Perfekte Kreislaufwirtschaft – Zukunft Leben

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Du siehst aber schlecht aus!
Bist du krank?

Ja.
Ich habe Homo sapiens.

Ach,
das ist nicht so schlimm.
Dauert nur kurz. Geht
bald vorüber.

weiterer Planet
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5 Jahre
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10.000 Jahre
30.000 Jahre

Wenn dein Garten die Erde wäre...

Im Garten wächst Gemüse. Vor dem Haus steht ein Öltank (1000 Liter) und eine Mülltonne (40 Liter). Nehmen wir mal an, dass nicht jedes Jahr eine neue Öllieferung kommt und nicht jede Woche die Müllabfuhr (denn das Öl kommt nicht aus dem Weltall auf die Erde und wir schießen unseren Müll – noch – nicht ins All).

Was machst Du also?

Der Müll häuft sich in deiner Mülltonne, bis kein Platz mehr ist. Dann schieß doch Deinen Müll einfach ins All!

Jawoll
Niemals!

Der Winter ist ziemlich kalt und Du kannst Kälte nicht ausstehen. Deshalb könntest Du Dein Haus ohne Rücksicht auf Verluste heizen.

Jawoll
Niemals!

Du liebst es, das Gemüse aus deinem Garten zu leckeren Gerichten zuzubereiten. Du könntest Deine Küchenabfälle als Dünger kompostieren, und die Samen für das nächste Jahr aufheben.

Jawoll
Niemals!

Gute Arbeit! Du hast alles richtig gemacht. Dieses Jahr wirst du drei mal so viel ernten können, wie im letzten Jahr und du kannst die Natur direkt vor der Haustür genießen.

Nochmal

So wie du dein Öl verschleudert hast, hat dein Vorrat gerade mal den halben Winter gereicht, in deiner Not hast du deinen ganzen Garten nach neuem Öl umgegraben, leider erfolglos.

Nochmal

Du scheinst deinen Müll nicht weit genug rausgeschossen zu haben, er ist zurück gekommen und jetzt ist alles schön in deinem Garten verteilt...

Nochmal
Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Plastikm%C3%BCll_in_den_Ozeanen#/media/File:Albatross_at_Midway_Atoll_Refuge_%288080507529%29.jpg

Die perfekte Kreislauf-wirtschaft

Zeit des Anthropozän

Die „Pionierphase“ der Spezies Mensch auf der Erde ist zu Ende. Der Mensch hat sich maximal verbreitet und den Globus so stark geprägt, dass Geologen sogar ein neues Erdzeitalter ausgerufen haben: das „Anthropozän“.

 

Nun hat die „Hochphase“ der Spezies Mensch auf der Erde begonnen. Es kommt darauf an, die von uns geschaffene Welt in ein reifes, vielfältiges, robustes und vor allem: dauerhaftes Ökosystem zu verwandeln. Vorbild ist die Natur: aus dem Vollen schöpfen, ohne Müll zu hinterlassen.

 

„Lasst uns selbst die Veränderung werden, die wir in der Welt sehen wollen.“

 Mahatma Gandhi

Bis Gras drüber gewachsen ist…

Der Mensch ist das erste Lebewesen, das Stoffe produziert, die von den Kreisläufen der Natur gar nicht oder nur in langen Zeiträumen umgewandelt werden können. Aus den Rohstoffen der Erde werden Verbrauchsgüter hergestellt. Der Abfall und die Emissionen aus diesem Prozess werden dem Planeten wieder zugeführt, nun aber sind sie nicht mehr nutzbar. Es entsteht kein Kreislauf, sondern eine Einbahnstraße. Wenn wir so weiter machen, werden wir irgendwann keine Rohstoffe mehr haben – stattdessen nur noch Müll. Im besten Fall „nur“ unverwertbar, wertlos. Im schlimmsten hochgiftig für Menschen, Tiere und Pflanzen – und damit enorm teuer.

Wohin mit dem Abfall?

Wenn wir Menschen für unsere Volkswirtschaft vor allem „Verbraucher“ sind, stellt sich die Frage: Wovon zehren wir denn? Wenn man alle unsere Produkte bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt, landet man zwangsläufig … auf der Erde. Wenn man alle unsere Produkte bis zu ihrem Ende weiterverfolgt, landet man zwangsläufig auf… Bingo!

Zugegeben, die Erde ist groß. Sehr groß sogar. Manche ihrer Vorräte scheinen unendlich groß. Sie sind es aber nicht, weil die Erde ein begrenzter Raum ist. Sie schluckt vieles, so dass wir glauben, manche Dinge verschwinden einfach. Aber sie sind nicht weg, sie sind nur außer Sichtweite.

Um also unsere Vorräte besser zu überblicken, nehmen wir mal an, die Erde wäre ein Garten, und darauf steht ein Haus, und Du wohnst darin. Im Garten wächst Gemüse. Vor dem Haus steht ein Öltank (1000 Liter) und eine Mülltonne (40 Liter). Nehmen wir mal an, dass nicht jedes Jahr eine neue Öllieferung kommt und nicht jede Woche die Müllabfuhr (denn das Öl kommt nicht aus dem Weltall auf die Erde und wir schießen unseren Müll – noch – nicht ins All). Was machst Du also:

Die Welt ist ein einziges Lebewesen, eine Weltmaterie und eine Weltseele. Aus diesem Weltbewusstsein entsteht alles, und alles kehrt dahin zurück, so dass jedes Einzelwesen in unzertrennlicher organischer Verbindung zu allen übrigen steht.


Marc Aurel: Selbstbetrachtungen, um 172

Recycling und Boden-„Schätze“

Seit einigen Jahren überprüft die EU-Kommission die Rohstoffversorgung der europäischen Industrieländer. 2014 legte sie eine Liste mit 20 „kritischen Rohstoffen“ vor, die nur in wenigen Ländern der Erde abgebaut werden und deren Vorräte bereits knapp sind. All diese Metalle und Mineralien werden in Produkten wichtiger Zukunftsbranchen wie der Informationstechnologie oder den erneuerbaren Energien eingesetzt.

 

Die Initiative der Politik spiegelt einen Wandel im allgemeinen Bewusstsein wider: Boden-„Schätze“ haben einen Wert, den es zu erhalten gilt. Sie einfach nur der Erde zu entreißen, verursacht zudem Kosten, die weit größer sind als die Investitionen für die Erschließung. Nicht allein, dass die Umwelt durch den Abbau der Rohstoffe verseucht wird. Menschen, die in den Rohstoffminen arbeiten, werden oft krank – viele sind Kinder. Und gerade in den ärmsten Ländern, die doch so reich an Bodenschätzen sind, werden ständig neue Kriege um Rohstoffe entfacht. Die Lebensgrundlage dieser Menschen wird dauerhaft zerstört.

 

Und dann zeigt sich: Wenn man all diese Schäden in die Kosten der Rohstoffe einberechnet, ist Recycling um ein Vielfaches billiger. Es ist also an der Zeit, die Produkt-Einbahnstraßen des Menschen in schöpferische Kreisläufe zu verwandeln, die das Potential der Rohstoffe optimal verwerten.

 

Ideen gibt es genug: Kompostierbare T-Shirts, essbare Yoghurtbecher, Häuserdämmung aus Altglas, Biodiesel aus Essensresten… Plastikverpackungen aus Erdöl dagegen könnten bald der Vergangenheit angehören. Die ersten verpackungsfreien Supermärkte werden eröffnet, viele Staaten verbannen Plastiktüten per Gesetz. Schon heute könnten 85 % eines Autos recycelt werden. In einer wirklich nachhaltigen Wirtschaft müssten es 100 Prozent sein.

 

Auch im Vertrieb der Produkte tauchen die ersten neuen Konzepte auf: Mieten statt kaufen. In einem Smartphone zum Beispiel sind zahlreiche wertvolle Metalle verarbeitet, darunter Gold und Silber, Kupfer, Kobalt und Palladium. Anstatt uns nun jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen und das alte in den Müll zu werfen, könnten wir das Handy vom Hersteller mieten. Geht es kaputt, nimmt der Hersteller es zurück, zerlegt es in seine Einzelteile und baut daraus ein neues Smartphone.

 

Foto: Ein totes Albatross-Junge dessen Magen voller Plastik ist. Aufgenommen im September 2009 im Midway Atoll National Wildlife Refuge im Pazifik.

 

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