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Die Intelligenz der Vielen – Zukunft Leben

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Bild: Doug Coldwell, Creative Commons CC BY 2.0

Teile und Herrsche!

In den jeweiligen Rubriken findest du praktische Links zu Sharing Communities für alle Lebenslagen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Earthlights_dmsp.jpg

Die Intelligenz
der Vielen

Keine Regierung der Welt kann die ganze Palette an Wissen, Instrumenten und Sozialkapital entwickeln, die nötig ist, um nachhaltige Entwicklung zu fördern. Alle diese Dinge müssen ständig an die kulturellen und ökologischen Verhältnisse vor Ort angepasst werden. Das ist eine gewaltige Aufgabe, weshalb ich folgendes zu behaupten wage: Jeder noch so umfassende Maßnahmenkatalog, der in einem großen Territorium Anwendung finden soll, ist zum Scheitern verurteilt.

Eine wesentlich erfolgreichere Strategie besteht demnach darin, die Fähigkeiten der Menschen zur Selbstorganisation und Kooperation zu stärken. Es sind nämlich die Nutzer selbst, die vor Ort den besten Einblick in die konkreten Bedingungen haben.


Elinor Ostrom: Was mehr wird, wenn wir teilen (2008)

Gemeingüter

„Manchau gagog changau gagog chaugo gagog amaug“. So heißt ein See in Südamerika. Übersetzt: „Wir fischen auf unserer Seite, ihr fischt auf eurer Seite und niemand fischt in der Mitte.“ Der Name ist ein Nutzungsvertrag. So wird gewährleistet, dass der See niemals überfischt wird und das Überleben für alle, auch für zukünftige Generationen, gesichert ist.

 

Ressourcen, die nach festen Regeln gemeinsam genutzt und verwaltet werden, nennt man „Gemeingüter“. In den westlichen Ländern, auch in Deutschland, werden Gemeingüter oft genossenschaftlich verwaltet. Es gibt Genossenschaften für Wohnungen, Landwirtschaft, Energie, Finanzen. Letztlich eignen sich sämtliche Ressourcen, an deren Nutzung alle Menschen gleichermaßen interessiert sind, für eine gemeinschaftliche Verwaltung, wie Trinkwasser und saubere Luft, Erholungsgebiete und öffentliche Plätze.

 

Die meisten Menschen heute betrachten auch das Internet, das Wissen der Menschheit und die Genpools des Lebens auf dieser Erde als Gemeingüter, für die alle gemeinsam verantwortlich sein sollten. In der Informationstechnologie werden quelloffene Programme zunehmend in nicht-kommerziellen Kooperationen entwickelt. Die Mitwirkenden erkennen dabei, dass die Qualität der Ergebnisse oft besser wird, wenn nicht der individuelle Profit im Vordergrund steht, sondern das Gemeinwohl.

 

Elinor Ostrom, amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträgerin, hat Gemeingüter weltweit in unterschiedlichen Kulturen untersucht und festgestellt: In gemeinschaftlicher Verwaltung werden Ressourcen oft effizienter genutzt und besser erhalten als in privatem oder staatlichem Eigentum. Gemeinsam aufgestellte Regeln werden eher befolgt als von außen aufgezwungene. Und: Direkt vor Ort behält man den besten Überblick über den Zustand der Ressourcen.

 

Foto: Ballon bei einer Projektveranstaltung des „Project Loon“. Hierbei wird über Ballons Internet in ländlichen und abgelegenen Gegenden verfügbar gemacht. Die Vereinten Nationen erklärten einen Internetzugang 2012 als Menschenrecht.

Sharing Communities

Ein Auto ist nur dann sinnvoll, wenn es uns von A nach B fährt – nicht, wenn es in der Garage steht. Der Ball bringt den Kindern Freude, wenn sie damit spielen – nicht, wenn er in der Kiste auf dem Dachboden vergammelt.

 

Der wirkliche Wert eines Produktes ist also am größten, wenn es über seine gesamte Lebensdauer möglichst viel genutzt wird. Durch das Internet kann diese Erkenntnis jetzt in großem Stil praktisch genutzt werden – Tauschbörsen und Sharing Communities florieren. Neue Ideen einer „solidarischen Ökonomie“ breiten sich aus. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn sich mehr Menschen ein Auto teilen, gibt es weniger Staus. Wenn wir ungenutztes Spielzeug weitergeben, haben wir mehr Platz zu Hause. So werden Ressourcen optimal eingesetzt.

 

„Wertschöpfung“ wird durch Teilen neu definiert. Dinge gemeinsam zu nutzen, intensiviert soziale Bindungen und stärkt so die Gemeinschaft. Funktionieren kann das aber nur, wenn die Menschen einander vertrauen.

Lokale Stromkooperative

Gerade tiefgreifende Veränderungen lassen sich am besten meistern, wenn die Menschen vor Ort aktiv beteiligt sind. So wurde die Elektrifizierung der ländlichen Regionen in den USA in den 1940er Jahren durch lokale Stromkooperativen realisiert. Die Kosten lagen 40% unter den Voranschlägen der großen Stromversorger. Noch heute liefern die Kooperativen Strom zum Selbstkostenpreis.

 

Schon in den 1960er Jahren kam in Japan die Idee einer solidarischen Landwirtschaft auf. Inzwischen findet sie weltweit Nachahmer: Die Bürger finanzieren ihre bäuerlichen Betriebe gemeinsam und erhalten dafür preiswerte Bio-Lebensmittel aus der Region. Auch der weltweite Trend zu urbanen Gartenkulturen ist eine Bewegung von unten, initiiert von privaten Gemüsegärtnern in den Metropolen. Mittlerweile ziehen auch die Stadtplaner nach: Die Städte der Zukunft werden von lokalen Versorgungsnetzen ernährt – teure Transportkosten fallen weg, die Lebensmittelpreise sind von den Weltmärkten unabhängig.

 

Die Energiewende in Deutschland ist ebenfalls von Privatleuten in Schwung gebracht worden. Ein Großteil der Solaranlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme ist auf Einfamilienhäusern installiert, viele Windparks gehören Genossenschaften. In Deutschland wird bereits so viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, dass die Überschüsse an der Strombörse mitunter nicht mehr verkauft werden können, sprich: kostenfrei sind. Passivhäuser sind heute so gut gedämmt, dass sie keine Heizung mehr benötigen.

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