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Suche nach der verlorenen Zeit – Zukunft Leben

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Quelle: http://www.focus.de/magazin/archiv/deutschlands-groesster-gehalts-report-150-berufe-im-gehaltsueberblick_aid_877700.html#
Bild: Andrew Czap via Visual Hunt (https://www.flickr.com/photos/andrewczap/6046576262/) CC BY-SA

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Wir sind von einer neuen Krankheit befallen, der technologischen Arbeitslosigkeit. Hiermit ist die Arbeitslosigkeit gemeint, die entsteht, weil unsere Entdeckung von Mitteln zur Einsparung von Arbeit schneller voranschreitet als unsere Fähigkeit, neue Verwendungen für Arbeit zu finden. Dies ist aber nur eine vorübergehende Phase einer mangelhaften Anpassung. Auf lange Sicht bedeutet all dieses, dass die Menschheit dabei ist, ihr wirtschaftliches Problem zu lösen.

Es mag bald ein Punkt erreicht sein, vielleicht viel eher, als wir uns alle bewusst sind, an dem unsere Bedürfnisse in dem Sinne befriedigt sind, dass wir es vorziehen, unsere weiteren Kräfte nicht-wirtschaftlichen Zwecken zu widmen.

Allerdings, so glaube ich, gibt es noch niemanden, der dem Zeitalter der Freizeit und der Fülle ohne Furcht entgegen blicken könnte.

John Maynard Keynes: Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder (1928/30)

Mensch oder Maschine?

Heute wird es für viele schwierig, durch Erwerbsarbeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Neue Informationstechnologie ersetzt menschliche Arbeitskraft. Der britische Ökonom Carl Frey schätzt, dass 47 Prozent aller traditionellen Berufe durch Computer oder Roboter übernommen werden. Dieser Prozess hat längst begonnen. Schon heute erreicht die Arbeitslosigkeit in vielen Ländern Höchststände, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit.

 

Der Wegfall traditioneller Berufe bringt ganz neue Vorstellungen vom Wert der Arbeit hervor. Der amerikanische Ökonom und Soziologe Jeremy Rifkin prophezeit für die Zukunft ein Aufblühen der „Commons“: digitale Gemeinschaften, in denen Menschen über den reinen Gelderwerb hinaus zusammenarbeiten.

 

„Für eine wachsende Zahl von jungen Menschen bietet die Sozialwirtschaft in den Commons größeres Potenzial zur Selbstentfaltung, sie verspricht eine intensivere psychische Belohnung als die traditionelle Anstellung auf dem kapitalistischen Markt.

 

Intelligente Technologien werden in einer eher auf Überfluss als auf Mangel gebauten Gesellschaft den größten Teil der Schwerarbeit erledigen. In einem halben Jahrhundert werden unsere Enkel auf die Ära der Massenlohnarbeit mit demselben fassungslosen Staunen zurückblicken wie wir heute auf Sklaverei und Leibeigenschaft. Der bloße Gedanke, dass man den Wert eines Menschen fast nur am Output und materiellen Wohlstand misst, wird dann primitiv, ja barbarisch erscheinen.“

 

Jeremy Rifkin: Die Null Grenzkosten Gesellschaft, 2014

Was nichts kostet, ist nichts wert?

Höchste Zeit, über den Wert von Arbeit neu nachzudenken. Arbeit hat umso größeren Wert, je nützlicher und sinnvoller sie für andere ist. Solch einer Definition würden sicher viele zustimmen.

 

Verblüffend aber ist, dass unsere Gesellschaft nicht danach handelt. Wenn ich durch billige, künstliche Zusatzstoffe ungesunde Lebensmittel herstelle, kann ich unter Umständen viel Geld damit verdienen. Wenn ich dagegen alte Menschen pflege oder Kinder erziehe, ist die Bezahlung schlecht. Der Lohn spiegelt hier also nicht den Wert einer Arbeit für das Gemeinwohl.

 

 

„Die stabilste und gesündeste Selbstachtung basiert auf verdientem Respekt anderer und nicht auf äußerem Ruhm oder unverdienter Bewunderung. Die Befriedigung des Bedürfnisses nach Selbstachtung führt zu Gefühlen des Selbstvertrauens, zum Gefühl, nützlich und notwendig für die Welt zu sein.“

 

Abraham Maslow: Motivation und Persönlichkeit, 1954

 

 

 

Sozialwirtschaft und -kapital

Immer mehr Menschen ändern ihre Perspektive. Sie wollen nicht ihren Profit maximieren, sondern die Lebensqualität oder den Zustand der Umwelt verbessern. Sie pflegen alte und kranke Menschen, engagieren sich für Bildung und Erziehung, kreieren Kunst und Kultur. In dieser Form von Sozialwirtschaft werden Werte geschaffen, die den Zusammenhalt, das Vertrauen und das Funktionieren des Gemeinwesens stärken.

 

Ökonomen nennen die Fähigkeit, das menschliche Leben gemeinsam zu gestalten, „Sozialkapital“. Darin steckt ein enormes Potential für Wertschöpfung. Denn bei hohem Sozialkapital, sprich: vertrauensvollem Austausch ohne Konkurrenzkämpfe, können auch komplexe Aufgaben ohne Reibungsverluste gemeistert werden. Salopp gesagt: Je mehr Gesangvereine, desto besser die Ergebnisse in der Arbeitswelt.

Geld oder Zeit?

Die aktuelle Wirtschaftskrise beschleunigt das Umdenken. Neue, informelle Wirtschaftskreisläufe werden entwickelt, alternative Währungen erprobt. „Zeitbanken“ zum Beispiel legen Guthaben für geleistete Arbeit an: Wenn der Klempner eine Stunde lang den Abfluss repariert, kann er die gutgeschriebene Stunde für eine Zahnarztbehandlung einsetzen. Zeit könnte eine mögliche Währung für den Arbeitsmarkt der Zukunft sein.

 

Als es während der Finanzkrise 2008 in vielen Betrieben zu Kurzarbeit kam, entdeckten die Beschäftigten verblüfft: Die gewonnene Freizeit machte die Einbußen beim Lohn mehr als wett. Sie hatten plötzlich mehr Zeit für Freunde, für Familie, für Hobbies.

 

Ganz so neu ist diese Erkenntnis nicht: Schon vor 500 Jahren träumte der englische Staatsmann und Humanist Thomas Morus in seiner Schrift „Utopia“ von einer idealen Arbeitswelt:

 

„Immerhin braucht sich niemand vom frühen Morgen bis tief in die Nacht ununterbrochen abzumühen wie ein Zugtier. Hier in Utopia verwenden sie nur 6 Stunden zur Arbeit, die übrige Zeit bleibt zu freier Verfügung, nicht damit er sie zechend oder faulenzend missbrauche, sondern sie nach Herzenslust für eine andere Betätigung gut verwende.

 

Diese Freizeit widmen die meisten den Studien; es pflegen nämlich jeden Tag vor Sonnenaufgang öffentliche Lehrkurse stattzufinden. Nach dem Abendessen musizieren sie oder erholen sich beim Schwatzen. Das Würfeln oder derlei läppische oder ruinöse Spiele sind ihnen unbekannt; doch pflegen sie zwei Arten, die dem Brettspiel nicht unähnlich sehen. Das eine ist ein Kampf der Zahlen, bei dem eine Zahl die andere raubt; beim zweiten kämpft eine Schar Laster gegen eine Schar Tugenden.“

 Thomas Morus: Utopia, 1516

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